Seebild.jpg

SONNTAGSBLICK GING AUF GEISTERJAGD – UND WURDE FÜNDIGIN DIESEM HOTEL SPUKTS!

 

Von Romina Lenzlinger

Im Engandiner Kurhotel Val Sinestra soll ein Geist umgehen, behaupten Angestellte und Hotelgäste.
SonntagsBlick machte den Test – und traf gleich zwei.
 


Dass Geister und Gespenster erst nach Mitternacht erscheinen, sei ein Märchen, sagt Andreas Meile (43). Es müsse nur ruhig genug sein, damit man sie auch höre. Still ist es an diesem frühen Dienstagnachmittag im Hotel Val Sinestra im Unterengadin. Unheimlich still sogar. Und gruslig kalt.

Der Geisterjäger lehnt an einer Wand auf der ehemaligen Bäderetage und starrt ins Leere. «Ich kann ihn deutlich erkennen», sagt Meile plötzlich. «Ein hagerer Typ, gut gekleidet, zirka 1,70 Meter.» Er sei Belgier, aus einer Gegend unweit der holländischen Grenze. Seinen Namen wolle er nicht verraten.

Hoteldirektorin Wanda Hopman (47) starrt auf die weisse Wand. Weder sie noch die Reporterin nehmen eine Regung wahr, erst recht keinen gut aussehenden Mann. Meile erzählt nun, er habe den Geist schon gesehen, als er im Hotel-Shuttle vorfuhr. Da sei der Belgier am Fenster gestanden und habe von Problemen mit der Heizung im Kurhaus gesprochen. Tatsächlich habe es mehrere Tage lang kein warmes Wasser im Haus gegeben, bestätigt Hotelière Hopman.

Also spukt es hier tatsächlich? «Der Geist wohnt seit vielen Jahren da und lässt sich auch nicht vertreiben», sagt Meile. Denn er wolle sich um das Wohl der Angestellten kümmern, die hier einst von einem Hotelbesitzer schlecht behandelt worden seien. Mit der heutigen Führung jedoch sei der Geist sehr zufrieden.

Die Direktorin ist erleichtert: «Da bin ich aber froh – ich will ihn nämlich nicht vertreiben.» Zu sehr habe sie sich schon an den Unbekannten gewöhnt. Ihre Angestellten und Gäste wüssten ebenfalls mit dem Spuk umzugehen: Sie berichteten von klirrenden Gläsern, lautem Geschepper und rasselnden Schlüsseln. «Unsere Gäste wissen, dass sich hier plötzlich ein Fenster öffnen kann», sagt Hopman. Gesehen hat den ungewöhnlichen Mitbewohner bislang aber niemand. Besucher berichten lediglich von einem unangenehmen Gefühl, das sie in gewissen Räumen beschleiche. «Es ist, als würde jemand hinter dir stehen», erklärt Hopman, die das Kurhaus seit 1978 mit ihrem holländischen Geschäftspartner führt. 90 Prozent der Gäste seien Holländer, da passe ein belgischer Geist perfekt dazu, scherzt sie.

Plötzlich reckt Meile den Zeigefinger und bittet um Ruhe: «Achtung, Giancarlos Grossvater mischt sich in die Unterhaltung ein. Ein kleiner, gut aussehender Mann.» Dem verdutzten SonntagsBlick-Fotografen Giancarlo Cattaneo fällt die Kamera fast aus der Hand. Er starrt an die Wand, sieht aber nichts. «Der Grossvater lässt ausrichten, dass der Familienzwist für ihn abgeschlossen sei. Es komme alles gut», so Meile zum Fotografen.

Er solle die hässliche Fehde nun endlich vergessen. Der 60- jährige Engadiner steht regungslos da: «Unglaublich! Wir hatten bis vor kurzem tatsächlich einen grossen Familienstreit und die Sache belastet mich bis heute.» Für die SonntagsBlick-Reporterin gibt es leider keine Geisterbotschaft. «Manchmal wollen die einfach nicht, vermutlich haben sie heute eine andere Aufgabe», meint Meile und starrt wieder auf die weisse Wand.

   

Radio Interviews

In order to view this object you need Flash Player 9+ support!

Get Adobe Flash player

In order to view this object you need Flash Player 9+ support!

Get Adobe Flash player

Andreas Meile unterwegs mit dem Schweizer Fernsehen.